Tag 1 (26.03.2013) bis Tag 11 (08.3.) bzw. Tag 4 neuer Zeitrechnung

Es ist schwierig mit den guten Vorsätzen. Und sie einzuhalten noch viel schwieriger. Aber am allerschwierigsten ist es, wenn widrige Umstände (z.B. das Wetter) alles kaputt machen.

Darüber hinaus hat das mit dem Schweinehund austricksen doch noch nicht so gut geklappt.

Anzahl der Trainingseinheiten im Fitnesscenter: 0

Anzahl der Schwimmeinheiten: 0 

Anzahl der angerufenen Freunde: 0

Alles in allem also ein extrem schlechtes Ergebnis.

 

ABER:

Nachdem heute schon Tag 4 der neuen Zeitrechnung angebrochen ist, gibt es doch Ergebnisse. Habe seit Dienstag begonnen, ein Abnehmprogramm durchzuziehen. Es kostet was, aber vielleicht ist das ein Ansporn. Und bis jetzt klappt es ganz gut. Kompletter Verzicht auf Kohlehydrate (ja, kein Reis, keine Nudeln, keine Kartoffeln, kein Brot, kein Gedreide), was ja jetzt nicht sooo eine Katastrophe wäre, wenn man nicht auch keine Milchprodukte und kein Obst essen dürfte. Das schlimmste ist, dass ich meinen Kaffee nicht mehr mit Milch trinken soll. Ich, die für eine Kanne Kaffee, meistens einen halben Liter Milch gebraucht habe. Bis jetzt hab ichs noch nicht geschafft, aber es wird. Da bin ich mir sicher. Mal sehen, was beim ersten Wiegen und Messen rauskommt, und was es gebracht hat. Der Tag ist nächster Dienstag. Also 1 bis 3 kg sollten es dann schon sein!

Tag 0,5 (25.02.2013)

Also ... Per-Heinrich ist wirklich ein Hund! Vom Entschluss gleich loszudüsen um trainieren zu gehen, bis zur entgültigen Abfahrt sind, glaub ich, 2 Stunden vergangen. Aber - ich war im Fitnesscenter. Ich hab 50 Minuten am Crosstrainer überlebt. Eigentlich war mir nach 5 Minuten schon langweilig und nach 10 Minuten sind meine Füsse eingeschlafen. Aber ich habs durchgehalten. Anschließend wollt ich noch mein sehr ambitioniertes Programm mit Todesquetsche, Bauchzange und Beindings absolvieren, aber mir waren zu viele Menschen dort. Es waren nur die beiden Beindingers und die Rückenübungen, die ich gemacht hab. Aber immerhin, dafür, dass ich erst morgen mit dem Schwimmen starten wollte, hab ich mich doch wacker geschlagen.

Eins werd ich aber sicher nicht mehr machen, erst um 15 Uhr mit dem Training zu beginnen. Es war wirklich ungemütlich voll. Deshalb werd ich das ganze in Zukunft am Vormittag - sprich nach dem Aufstehen, Kaffee und Frühstück - angehen. Da sollsts doch etwas ruhiger sein.

Was ich auch nicht geschafft habe, und eingentlich essentiell für das Gelingen meines Projektes "-30kg" ist, mich auf die Waage zu stellen. Ich wollte heute nicht komplett demoralisiert und deprimiert nach Hause kommen. Das "Unterprojekt: wiegen" wird also auf Mittwoch verschoben.

Getrunken habe ich fast einen Liter Wasser, und keinen Kaffee mehr. Dafür hab ich mir zur Belohnung einen Himbeer-Melone-Smoothie beim Tribeka gegönnt. Obst ist somit für heute auch abgehakt. Naja - zumindest so gut wie. 

Meinem Mitbewohner habe ich gerade meine letzten Manner-Schnitten ausgehändigt und ihm mitgeteilt, dass ich von nun an, keine Kuchen mehr backen werde. Er hats geschluckt - wohl oder übel. 

Alles in allem also ein erfolgreicher Tag. Mal sehen, was der morgige so bringt.

 

Grannysquare-Decken-Projekt: 96 Squares brauch ich, 33 hab ich schon. 63 müssen noch. Macht bei 4 - 6 Squares am Tag ca. 14 Tage. Ich rechne mit der Fertigstellung also 3 Wochen ab heute. 

Masterplan

 

Abnehmen durch Sport und Ernährungsanpassung (ich möchte es jetzt nicht Umstellung nennen, da ich eh nicht der Junkfoodesser und Chipsfutterer bin). Aber: zum Frühstück eine Riesenkanne Kaffee und ein paar Zigaretten ist jetzt nicht wirklich der Burner.
Deshalb, Kaffee ja, aber dazu ein Joghurt mit Früchten und ein paar Flocken sollte sich dann schon ausgehen.

Und einmal am Tag etwas Ordentliches kochen - was ich ja meistens tue, aber eben nicht immer. Und vielleicht sollte ich aufhören, dauernd irgendetwas mit Nudeln oder Reis zu machen. Es gibt ja auch andere Beilagen wie Quinoa, Bulgur oder Couscous, die richtig gut schmecken.

Darüberhinaus will ich aufhören, dauernd zu backen - was aber im Moment ja eh nicht so schwierig ist, weil das Backrohr seinen Geist aufgegeben hat. Es tut mir leid für meinen Mitbewohner, aber da muss er jetzt durch ;-)

Ich muss auch aufhören, dauernd Käsebrote oder Schinkenweckerl zu essen. Maximal einmal pro Woche. Aber nicht täglich. Ich weiss, es geht schnell und wenn ich keine Lust habe zu kochen, ist es ideal. Aber es tut einfach nichts für meinen Plan "minus 30kg" bis Ende des Jahres. 

Trinken: Man sollte ja mindestens 2 Liter Wasser am Tag zu sich nehmen. Ich schaffe das maxmimal mit Kaffee. Auch wenn ich davon Kopfweh bekomme - ich schaffe es nicht. Deshalb gilt ab heute: Kaffee ja, aber nur in der Früh, und maximal, wenn ich Besuch bekomme, oder ich mich mit Freunden treffe noch einen zweiten am Tag. Abgesehen davon Wasser, Wasser, Wasser ...

Also, nachdem das Essen geklärt ist, zum sportlichen Programm. Ich habe eine Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter, welches mich maximal 1x pro Monat sieht, wenn ich wieder mal ein schlechtes Gewissen verspüre. Das wird sich ändern.  Darüber hinaus arbeite ich in einer Sportstätte - was liegt näher, als sich dort auszutoben? Ich schaffe es maxmimal, mich dort zum Arbeiten einzufinden. Aber abgesehen davon ... schön blöd. Ich brauche ja nicht mal zu bezahlen. Und dann gibt es noch das einmal jährlich stattfindende 24h-Schwimmen, an dem ich jedes Jahr teilnehme. Das letzte mal hab ich es geschafft, vorher nicht einmal trainiert zu haben. Es ist ziemlich gut gelaufen - erstaunlicherweise - aber wie gut wär es gegangen, wenn ich vorher das eine oder andere mal doch ins Becken gesprungen wäre, und ein paar Stunden meine Längen abgespult hätte.
Soweit so gut - das also sind die Voraussetzungen und Grundbegenheiten.

Nun zur "geplanten" Umsetzung:
Montag: Fitnesscenter --> 50 Minuten am Crosstrainer, danach Muskeltraining (Bauchquetsche, Butterfly vorwärts und rückwärts, Oberschenkel innen und aussen, Beine stemmen, Bauchdings, und Todesquetsche - ich kenne die richtigen ausdrücke leider nicht, aber ich weiss, was gemeint ist, deshalb passt das schon=

Dienstag: wird hart - vor der Arbeit (die um 8:30 beginnt) eine Stunde schwimmen. Das heisst, ich muss um 6 Uhr aufstehen, um um 1/2 7 im Becken zu sein. Dann kann ich bis halb 8 Schwimmen und dann gemütlich zur Arbeit radeln. Das frühe Aufstehen heisst natürlich auch, dass ich am Montag früher schlafen gehen muss - oh mein Gott. Das wird schwierig. Und mein innerer Schweinehund - ich nenn ihn jetzt mal Per-Heinrich - wird extrem rebellieren. Aber da müssen wir durch.

Mittwoch: Fitnesscenter --> wieder die 50 Minuten am Crosstrainer, danach Muskelprogramm - vielleicht in der Muckibude bei den aufgeblasenen Jungs. Da muss ich mir allerdings noch ein Programm zusammenstellen. Mal sehen - vielleicht kann ich mich noch an das Programm erinnern, das ich vor 2 Jahren absolviert habe. 

Donnerstag: wieder schwimmen und wieder früh aufstehen, weil es zu so früher Stunde noch relativ ruhig ist. Ausserdem muss ich nicht die Tageskarte kaufen.

Freitag: Fitnesscenter --> wie am Montag. Und danach am Abend eine Runde Bouldern, wenns mich schert. Nein falsch!!! Es wird mich scheren. Also am Abend eine Runde bouldern!

Samstag: schon wieder schwimmen, oder Fitnesscenter - das überlasse ich meiner Lust und Laune ;-) 

Sonntag sollst du ruhen. Also auch ich.

Morgen also startet der erste Tag meines neuen Lebens, aber warum nicht schon heute? Ich werde mich jetzt dann auf den Weg ins Fitnesscenter machen. Der iPod ist geladen. Also, auf gehts!

Los gehts ...

Vielleicht ist das Schreiben dieses Blogs eine - vielleicht die letzte Möglichkeit - mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.
Es ist viel passiert, und es muss noch mehr passieren, um wieder auf geregelte Bahnen zu kommen.

Seit meinem Zusammenbruch im Jahr 2011 und meinem 6-wöchigen Aufenthalt in der Psychiatrie aufgrund schwerer Depressionen hab ich es nicht mehr geschafft, wieder zu einem "normalen" Leben zurück zu kehren. Hab die Uni geschmissen - aber davon hat keiner eine Ahnung. Jeder in  meiner Umgebung glaubt, dass ich noch studiere. Und ich kanns auch niemandem sagen. Das schaffe ich im Moment noch nicht. Die Therapie habe ich abgebrochen und die neue noch nicht begonnen. Ich kann dort einfach nicht hingehen ...

Aber jetzt kommt die Zeit, wo ich mich aufraffen und mein Leben wieder selbst in die Hand nehmen will. Ich kann mich nicht jeden Tag einfach treiben lassen. Deshalb habe ich einen Plan ausgearbeitet. Ich muss meinen inneren Schweinehund überlisten. Ich muss auf die Beine kommen und leben und tun!

Ich bin extrem unzufrieden mit mir und meinem Dasein. Und das werde ich jetzt ändern! Ich habe in dem Jahr, als es mir nicht gut ging, extrem viel abgenommen, fast 20 kg, aber inzwischen habe ich es wieder hinaufgefuttert. Obwohl ich früher extrem viel Sport gemacht habe, und mir das immer sehr viel Spass bereitet hat, habe ich damit aufgehört. Ich bin immer gerne zu Konzerten und ins Kino gegangen - ich habe damit aufgehört. Ich habe mich immer gerne mit Freunden getroffen, aber ich habe damit aufgehört. Und das muss sich jetzt ändern. Das muss ich jetzt ändern.

Dieser Blog soll soetwas, wie mein Lebensänderungstagebuch sein. Es kann nicht angehen, dass ich oft tagelang daheim herumsitze und mit niemandem ein Sterbenswort rede. Nicht zum Telefon gehe, keine Mails oder sms beantworte und meine Freunde und Familie einfach nicht beachte - obwohl das das falsche Wort ist. Ich lasse sie einfach im Regen stehen. Und wenn ich so weitermache, werde ich irgendwann einmal alleine dastehen.

Deshalb:
Ich möchte wieder am Leben teilnehmen, ich möchte mich wieder wohl in meiner Haut fühlen, ich möchte meine Freunde und meine Familie wieder mehr in mein leben integrieren und vielleicht als Sahnehäubchen eine normale Beziehung zu einem normalen netten Mann haben.

Der Masterplan:
Um mich wieder in meiner Haut wohlfühlen zu können: 30 kg abnehmen bis Ende des Jahres (ich will wieder in mein Gewand von vor 2 Jahren passen und mich nicht immer ekeln, wenn ich mich im Spiegel ansehen muss).
Freunde: Mindestens 1x pro Woche mit jedem Telefonieren oder smsen.
Familie: dito
Nach einem neuen Job umsehen, bzw. eine Ausbildung beenden. Das mit dem Studium wird nichts mehr. Zumindest im Moment nicht.

Ich gebe mir für diesen Plan bis Ende des Jahres Zeit. Ich kann nichts überstürzen. Manche Dinge werde ich gleich angehen können, manche brauchen einfach Zeit.

Tag 1 beginnt morgen (26.02.2013).